Die Vorbereitung auf mein erstes Gravelrennen geht in die letzte Runde. In den vergangenen Wochen habe ich einiges ausprobiert, verändert und vor allem viel über meinen Körper, mein Rad und das richtige Training gelernt. Jetzt, kurz vor dem Rennen, heißt es: Die Arbeit ist getan.
Am vergangenen Wochenende stand noch einmal eine längere und für mich wichtige Testfahrt auf dem Programm. Von Osterburg ging es nach Tangermünde und wieder zurück – am Ende standen rund 80 Kilometer auf dem Tacho.
Dabei ging es diesmal nicht nur darum, Kilometer zu sammeln. Die Tour war vor allem ein großer Praxistest für das Rennen. Ich bin mit meiner geplanten Rennausstattung gefahren und habe noch einmal ganz bewusst meine Verpflegungsstrategie getestet. Gerade nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Thema Energiezufuhr wollte ich wissen, was auf einer längeren Belastung funktioniert und worauf ich während des Rennens achten muss.
Zum ersten Mal auf einer längeren Tour mit dabei waren außerdem meine neuen Pedale mit integriertem Wattmesser. Damit kommt für mich eine völlig neue Komponente ins Training. Bisher habe ich meine Belastung hauptsächlich über Geschwindigkeit, Herzfrequenz und natürlich das eigene Körpergefühl eingeschätzt. Mit den Leistungsdaten bekomme ich nun einen deutlich objektiveren Blick darauf, was ich tatsächlich auf das Pedal bringe.
Die 80-Kilometer-Runde hat dadurch jede Menge Erkenntnisse geliefert. Nicht nur für das bevorstehende Gravelrennen, sondern auch für mein Training danach.
In meiner letzten LIT-Einheit vor dem Rennen konnte ich einige dieser Erkenntnisse noch einmal bestätigen. Besonders spannend ist für mich das Zusammenspiel aus Leistung, Herzfrequenz und persönlichem Belastungsgefühl. Mit den zusätzlichen Daten aus dem Powermeter werde ich mein Training künftig sicherlich noch gezielter steuern können.
Und damit ist die eigentliche Vorbereitung abgeschlossen.
Heute und morgen stehen ganz bewusst im Zeichen der Erholung. Keine harten Einheiten mehr, keine Experimente und auch kein Versuch, auf den letzten Metern noch irgendwelche Trainingsrückstände aufzuholen. Was ich bis jetzt nicht trainiert habe, werde ich in den letzten beiden Tagen ohnehin nicht mehr nachholen.
Stattdessen bekommt das Rad noch einmal meine volle Aufmerksamkeit: Technik kontrollieren, Reifen und Luftdruck prüfen, Antrieb vorbereiten, Akkus laden und die komplette Rennausstattung zusammenstellen. Damit am Renntag möglichst wenig dem Zufall überlassen bleibt.
Natürlich steigt inzwischen auch die Nervosität ein wenig. Schließlich ist es mein erstes Gravelrennen und ich weiß noch nicht genau, was mich erwartet. Aber genau das macht den Reiz aus.
Ich habe trainiert, ausprobiert, Fehler gemacht und daraus gelernt. Jetzt möchte ich vor allem Spaß haben, meine Erfahrungen sammeln und am Ende über die Ziellinie fahren.
Die Vorbereitung ist abgeschlossen. Jetzt kann das Rennen kommen. 🚴♂️